Monitoring

Inspektion eines Brutbaums des Eremits (Osmoderma eremita) in Jena

Untersuchung eines Brutbaums des Eremiten (Osmoderma eremita) in Jena, Foto: A. Lux

Nachweis eines Steinkrebses (Austropotamobius torrentium) in der Milz bei Milz

Nachweis eines Steinkrebses (Austropotamobius torrentium) in der Milz, Foto: A. Lux

Suche nach dem Rogers Kapuzenmoos (Orthotrichum rogeri) bei  Rückersdorf

Suche nach dem Rogers Kapuzenmoos (Orthotrichum rogeri) bei  Rückersdorf, Foto: A. Lux

Suche nach der Östlichen Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons) im Pöllwitzer Wald

Suche nach der Großen Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) im Pöllwitzer Wald, Foto: A. Lux

Bachmuschel-Suche (Unio crassus) in der Milz bei Milz (Rhön)

Bachmuschel-Suche (Unio crassus) in der Milz (Rhön), Foto: A. Lux

Inspektion eines Brutbaums des Eremits (Osmoderma eremita) in Jena

Untersuchung eines Brutbaums des Eremiten (Osmoderma eremita) in Jena, Foto: A. Lux

Nachweis eines Steinkrebses (Austropotamobius torrentium) in der Milz bei Milz

Nachweis eines Steinkrebses (Austropotamobius torrentium) in der Milz, Foto: A. Lux

Suche nach dem Rogers Kapuzenmoos (Orthotrichum rogeri) bei  Rückersdorf

Suche nach dem Rogers Kapuzenmoos (Orthotrichum rogeri) bei  Rückersdorf, Foto: A. Lux

Suche nach der Östlichen Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons) im Pöllwitzer Wald

Suche nach der Großen Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) im Pöllwitzer Wald, Foto: A. Lux

Bachmuschel-Suche (Unio crassus) in der Milz bei Milz (Rhön)

Bachmuschel-Suche (Unio crassus) in der Milz (Rhön), Foto: A. Lux


Allgemeine Informationen

Aus Art. 11 der FFH-Richtlinie ergibt sich für die Mitgliedsstaaten die Verpflichtung zur allgemeinen Überwachung des Erhaltungszustandes der Lebensraumtypen gem. Anhang I und der Arten gem. Anhang II, IV und V FFH-Richtlinie unter besonderer Berücksichtigung der prioritären Lebensraumtypen und Arten. Infolgedessen beschränkt sich das Monitoring nicht auf NATURA 2000-Gebiete. Die Monitoring-Daten müssen sowohl innerhalb als auch außerhalb des NATURA 2000-Netzes gesammelt werden, um den Erhaltungszustand flächendeckend richtig bewerten zu können. Weitere Monitoring-Verpflichtungen resultieren aus den Artikeln 12 Abs. 4 und 14 Abs. 1 der FFH-Richtlinie.

  • Das Monitoring der Mitgliedsstaaten soll Daten liefern, die Aussagen zum Erhaltungszustand von Arten und LRT auf Ebene der biogeografischen Regionen erlauben.

    Aus der FFH-Richtlinie und weiteren EU-Dokumenten ergeben sich anhand der Definitionen zum Erhaltungszustand bestimmte Parameter, die Inhalt und Umfang des Monitorings und der zu erstellenden Berichte konkretisieren.

     Zu den für die Bewertung des Erhaltungszustands relevanten und im Rahmen des Monitorings zu erhebenden Parametern gehören:

    • Größe des Verbreitungsgebietes
    • Flächengröße (LRT) bzw. Populationsgröße (Arten)
    • Struktur und Funktionen (LRT), bzw. Habitatgröße und –qualität (Arten)
    • Zukunftsaussichten (inkl. Beeinträchtigungen, Gefährdungen und langfristige Überlebensfähigkeit).

    Außerdem werden Aussagen zum Kurz- und Langzeittrend (12 bzw. 24 Jahre) der Einzelbewertungen und der Gesamtbewertung getroffen.

    Genauer erläutert wurden die Monitoring- und Berichts-Vorgaben aus der FFH-Richtlinie erstmalig in einem Dokument der Kommission an den Habitatausschuss (Bewertung, Monitoring und Berichterstattung des Erhaltungszustands – Vorbereitung des Berichts nach Art. 17 der FFH-Richtlinie für den Zeitraum von 2001-2007 (DocHab-04-03/03-rev.3) (Download von DocHab-04/03-rev.3 und Anhängen). Aktualisiert werden diese Vorgaben für die jeweilige Berichtsperiode im Referenzportal der Europäischen Umweltagentur (Referenzportal der Europäischen Umweltagentur) u.a. in den Dokumenten „Report format“ und „Explanatory Notes & Guidelines“.

    Für die Umsetzung des FFH-Monitorings in Deutschland innerhalb und außerhalb des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 sind die Bundesländer zuständig. Ein Gesamtkonzept und die Festlegung einheitlicher Methodenstandards für die bundesweite Zusammenführung und Auswertung der Daten aus den Bundesländern ist damit eine zentrale Voraussetzung für das Monitoring in Deutschland. In einem mehrjährigen Abstimmungsprozess haben Bund und Länder sich auf ein bundesweites Vorgehen beim FFH-Monitoring geeinigt. Als Ergebnis wurden Kartier- und Bewertungsschlüssel (Bewertungsschemata) für Arten und LRT erarbeitet. Auf der Homepage des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) stehen das bundesweite Monitoringkonzept (BfN-Seite "Monitoring gemäß FFH-Richtlinie" (Konzepte), die Methodengrundlagen zur Erfassung und Bewertung (Bewertungsschemata) der Arten (Download Bewertungsschemata Arten (2017)) und LRT (Download Bewertungsschemata LRT (2017)) sowie weitere ergänzende Materialien zum Download zur Verfügung.

    Die Bundesländer übermitteln die Daten des FFH-Monitorings an das Bundesamt für Naturschutz, welches die Daten für Deutschland zusammenführt und an die EU-Kommission übermittelt.

  • Aufbauend auf den Vorgaben der EU-Kommission und des Bundes hat Thüringen die Erfassung und Bewertung von Arten und Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie für die Berichtsperiode 2019-2024 geplant. Mit den Kartierungen wurde im Sommer 2019 begonnen.

    Umfang des FFH-Monitorings in Thüringen
    Das FFH-Monitoring des TLUBN umfasst die Kartierung und Bewertung von 114 Arten (zur Liste) und 32 Offenland-Lebensraumtypen (zur Liste) der FFH-Richtlinie.

    Aufbau des FFH-Monitorings in Thüringen
    Das FFH-Monitoring ist in drei Module gegliedert, welche sich an den Liefereinheiten an das BfN orientieren.

    Im Modul Bundesstichprobenmonitoring werden die Bundesstichprobenflächen der Arten des Anhangs II und IV und Lebensraumtypen des Anhangs I nach den Vorgaben der Bewertungsschemata im 6-Jahres Turnus bearbeitet. In Thüringen werden insgesamt 466 Bundesstichprobenflächen untersucht.

    Im Modul Landesstichprobenmonitoring werden alle in Thüringen vorkommenden FFH-Arten der Anhänge II und IV sowie ausgewählte des Anhangs V im 6-Jahres Turnus erfasst und bewertet. Die Untersuchungen erfolgen nach Bewertungsschemata (wie die Bundesstichprobenflächen), allerdings mit reduziertem Untersuchungsumfang: nur ein Untersuchungsjahr in der Berichtsperiode (die Anzahl der Begehungen bleibt davon unberührt und erfolgt nach BWS). Es kann als eine Ergänzung zum Bundesstichprobenmonitoring betrachtet werden. Durch das Landesstichprobenmonitoring wird die Anzahl an Stichprobenflächen, auf denen eine Erfassung und Bewertung erfolgt erhöht; somit kann der Erhaltungszustand der jeweiligen Art besser eingeschätzt werden.

    Für die Lebensraumtypen ist kein Landesstichprobenmonitoring erforderlich, da für die Beurteilung der Erhaltungszustände Daten aus der Offenland-Biotopkartierung (Verlinkung) und der FFH-Managementplanung (Verlinkung) herangezogen werden können.

    Im Modul Präsenzmonitoring werden Daten für die Ermittlung des Verbreitungsgebietes der Arten erhoben. Dabei finden für die Artengruppen Amphibien/Reptilien/Libellen/Tagfalter Faunistische Totalerfassungen auf Stichprobenflächen statt, welche über die gesamte Landesfläche verteilt sind und einmal in 12 Jahren untersucht werden. Für die übrigen Artengruppen handelt es sich im Wesentlichen um so genannte „Lücken- Kartierungen“, welche überprüfen ob die Art im 10x10km Raster vorhanden ist oder nicht. Für die Lebensraumtypen führt Thüringen bisher kein Präsenzmonitoring durch.

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  • Für die Vogelschutzgebiete ist eine Monitoring-Verpflichtung lediglich indirekt vorgegeben.

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